Verein der Militärmotorfahrer in den Kantonen OW, NW und UR

Strada Nora 2026

Am 21. August 2026 startete die zweitägige Nachtfahrschule im ALC Rothenburg. Nachdem es endlich wieder einmal geregnet hatte, präsentierte sich das Wetter wieder von seiner bekannten Seite, mit viel Sonnenschein und Wärme.

Nach der Orientierung des Übungsleiters Herbert wurden die Fahrzeuge in zwei Teams übernommen, und schon bald waren die ersten Fahrzeuge auf der vorgegebenen Strecke Richtung Entlebuch. Via Marbach und Schallenberg (ohne Kaffeehalt) ging es weiter via Seftigen, Schwarzenburg, Guggisberg hinunter nach Zumholz, Plaffeien und dann Richtung Schwarzsee. Kurz vor dem Ziel sollte gemäss Übungsanlage eine Tafel auf den Grossen Schwyberg aufmerksam machen. Diese haben wir dann auch gefunden. Von dort an war nur noch eine schmale Bergstrasse zu befahren. Abgegrenzt durch Weidezäune auf beiden Seiten der Bergstrasse musste mit dem IVECO genau gefahren werden. Und immer höher ging es bergwärts, und irgendwann stellte sich mir die Frage, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren. Doch plötzlich tauchte in der Dämmerung ein Licht auf. Dies musste wohl das Ziel sein? Und dem war auch so. Vor Ort wurden wir durch die Übungsleitung eingewiesen. Rund um die Alpwirtschaft Grosser Schwyberg konnten wir die Fahrzeuge parkieren, unsere Rucksäcke für die Übernachtung packen und schnell in die Gaststube verschwinden, denn ein veritables Gewitter mit Blitz, Donner, Regen und starken Böen kündigte sich an.

Bei einem Abendplättli mit viel Käse, Aufschnitt, Gurken, Silberzwiebeln und natürlich etwas zum Trinken genossen wir die Kameradschaft, bis es um ca. 23 Uhr Zeit war, in den Schlafsaal zu wechseln. Wie vom Gastgeber angedeutet, hatten wir die Wahl, eines von 40 Betten zu benutzen. Was für ein Luxus! Schon bald nach dem Lichterlöschen und nur gelegentlich durch das Muhen von Angusrindern gestört (vermutlich hatten sie nicht genug zu fressen, denn die Natur und das Grasland hier oben waren eher gelblich als grün), konnten wir uns dank der frischen Bergluft gut erholen.

Am Samstag war gemäss Tagesprogramm um 07.00 Uhr Frühstück angesagt. Doch schon vorher genossen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Gantrisch. Und hier auf dieser Anhöhe hatten wir einen fantastischen Blick ins Mittelland. Bei klarem Wetter sieht man sogar den Schwarzwald, was uns leider durch ein paar Wolken vom gestrigen Gewitter am Horizont verwehrt blieb. Unser Gastgeber hatte so viel Vertrauen in uns, dass die Türe zur Gaststube unverschlossen blieb, das Frühstück bereitstand und ich fast das Gefühl hatte, zu Hause zu sein und nicht irgendwo auf einer Alp auf über 1600 Metern. Nachdem wir uns gestärkt und alle persönlichen Utensilien im Fahrzeug verstaut hatten, erfolgte die Befehlsausgabe durch Herbert für diesen zweiten Teil der Fahrschule.

Die Befehlsausgabe fand selbstverständlich nicht irgendwo, sondern auf der kleinen Aussichtsplatte mit eben diesem Panoramablick in die Weite statt. Doch zuerst mussten die Lastwagen in Fahrtrichtung umgestellt werden. Dies war aufgrund der engen Verhältnisse nicht ganz einfach, aber eben, man wurde nicht einfach so Motorfahrer. Rund 20 Minuten ging es zuerst wieder auf der Bergstrasse hinab. Und nur einmal mussten wir einen entgegenkommenden Lastwagen kreuzen und einem kleinen Bagger ausweichen. Ansonsten verlief der erste Teil dieser Talfahrt problemlos.

Nun ging die Fahrt zurück via Plaffeien, Le Mouret, Hauteville und Montbovon, um über den Col des Mosses weitere Höhenmeter zu bewältigen. In Les Diablerets war auch hier mit Blick auf die Region Glacier 3000 ersichtlich, wie der heisse Sommer dem Gletscher arg zugesetzt hatte. Nur noch weit oben waren ein paar Schneeflecken zu sehen. Vor ein paar Jahren hatte das noch ganz anders ausgesehen.

Via Saanen, Saanenmöser und Zweisimmen erreichten wir das Dorf Ringoldingen im langgezogenen und scheinbar endlosen Simmental. Dort wartete Herbert bereits auf die Fahrer, um alle auf den Parkplatz einzuweisen. Im Restaurant Jäger genossen wir unser Mittagessen in Form eines Fitnesstellers mit einem feinen Steak dazu.

Gestärkt verliessen wir das Restaurant, um den letzten Teil der Strecke unter die Räder zu nehmen. Herbert hatte alle nochmals zur Vorsicht ermahnt, um auch diesen Abschnitt unfallfrei zu fahren. Via Wimmis, Spiez, Interlaken und den Brünigpass sowie die A8 erreichten wir das ALC Rothenburg, und dies ohne Stau. Welch ein Wunder.

Die nachfolgenden und bekannten Arbeiten wie Fahrzeuge abspritzen, auftanken und die entsprechenden Papiere ausfüllen, dann Fahrzeuge zurück auf den Waschplatz stellen, Hauptschalter aus etc. waren dann nur noch reine Fleissarbeit. Herbert bedankte sich anlässlich der Übungsbesprechung bei allen für das unfallfreie Fahren über 400 Kilometer, was ja nicht selbstverständlich ist.

Mit grossem Applaus bedankten wir uns bei Herbert für diese wunderschöne zweitägige Fahrschule mit einer interessanten Übernachtung auf einer Alp. Bald danach konnten wir in den verdienten Wochenendurlaub abtreten. Ich freue mich schon heute auf das nächste Jahr, wenn es wieder heisst: Bereit für die STRADA-NORA 2027?!

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Abbildung: VBS/DDPS - Thomas Cunz CC BY-NC-ND 3.0 CH