Kollektivfahrschule Herbst

8. Oktober 2022

Heute am 8. Oktober 2022 startete die letzte Übung der GMMU im Jahr 2022. Kühl, aber trocken war es, als uns die Übungsleitung in den Personen von Toni und Norbi begrüsste. Ebenfalls waren Teilnehmer aus den Polizeicorps OW und NW dabei. Gemäss Vorgaben sollte heute nicht nur gefahren, sondern auch eine Besichtigung im Tagesprogramm enthalten sein. Diese Besichtigung war schon lange geplant, aber coronabedingt bis anhin nicht möglich, und nun sollte es funktionieren. Also lassen wir uns überraschen.

Nach der Fahrzeugübernahme und Einteilung in 2er Teams ging es an eine kurze Aufwärmrunde im ALC. Dann konnten wir auf die Strecke. Diese führte uns via Eschenbach, Inwil, Root, Udligenswil, Küssnacht, Vitznau, Brunnen der Axenstrasse nach Erstfeld. Wenig Verkehr und trockene Strassenverhältnisse motivierten zusätzlich. Natürlich lag unterwegs ein Kaffee drin, da wir gemäss Tagesplan pünktlich um 10 Uhr in Erstfeld sein sollten. Gestärkt fuhren wir dann die letzten Kilometer auf der Autobahn, bis uns die Anzeige für die Lastwagenkontrolle nach rechts aus der Autobahn führte. Nun ging es scharf nach rechts, um dann auf ein grosses Gelände mit vielen Fahrspuren zu fahren. Der S-Spur, an grünen Lichtsignalen vorbei und der Strecke folgend, erreichten wir alsbald unseren Einweisposten. Nun war auch klar, wo die Besichtigung stattfinden sollte. Im Schwerverkehrszentrum Erstfeld.

Nach dem Brand im Gotthardtunnel mit 11 Toten beschloss der Bund, eine Lastwagenprüfstelle und auch ein Dosierstelle für die schweren Fahrzeuge zu realisieren. Dafür eignete sich dieser Standort hervorragend, da nahe der Autobahn und auch des Gotthardtunnels. Der Bau des SVZs kostete rund 70 Millionen Franken. Heute arbeiten 53 Personen in Erstfeld. Gearbeitet wird im Schichtbetrieb in den Bereichen Kontrollen, Verkehrsdienst und Administration. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Anlagen werktags (teilweise auch an Sonn- und Feiertagen) zwischen 5 bis 22 Uhr immer einsatzbereit sind. Die Anlage besteht aus drei gedeckten Kontrollbahnen, einer technischen Prüfhalle sowie Büroräumen. Zudem verfügt sie über sanitäre Anlagen für die Chauffeure. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund sechs Millionen Franken.

Herr Gysin von der Prüfstelle begrüsste uns und erklärte uns im Theoriesaal anhand Folien und einem längeren Film die Funktionsweise dieser Prüfstelle. Schon krass, was hier schon alles gefunden und auch beanstandet wurde, und damit war jedem klar, diese Prüfung macht Sinn und bring viel für die Verkehrssicherheit am Gotthard. Nach der Theorie durften wir noch die Prüfhalle besuchen und dort waren verschieden Exponate ausgestellt, die von krassen Mängeln an den Lastwagen zeugten. Defekte Bremsen, ungesicherte Ladungen, abgefahren Pneus, Bastelarbeiten am Motor etc. Dir Reparatur können die Fahrer direkt vor Ort machen, aber nur mit eigenen Mitteln. Es gibt aber auch polnische Transportunternehmen, die dann eine Reparaturequipe nach Erstfeld zur Reparatur schicken. Aber erst wenn die Reparatur durch die Kontrolleure vor Ort abgenommen ist, kann weiter gefahren werden.

Bald waren die zwei Stunden der Besichtigung vorbei und es ging weiter zum Mittagessen ins Sportcenter Grund in Amsteg. Ein leckeres Mittagessen erneuerte die Energie, um den Nachmittag in Angriff zu nehmen. Ab Amsteg ging die Fahrt zurück über die Axenstrasse nach Schwyz, über den Sattel bis Wädenswil, dann nach Cham und via Hochdorf zurück ins ALC Rothenburg. Leider setzte hier der angekündigte Regen ein und begleitete uns bis Rothenburg.

Die Abschlussarbeiten wurden anschliessend wie immer zügig durchgeführt und schon bald konnte zur Schlussbesprechung zusammengerufen werden. Die Teilnehmer waren des Lobes voll und dieser Tag hat Spass gemacht. Danke an die beiden Organisatoren. Somit endete auch die letzte Übung im Jahr 2022 unfallfrei und erfolgreich.