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Strada Nora

30. August 2019

Auf Grund des ESAF wurde dieser Anlass auf das letzte Wochenende im Monat August verlegt. Und es hat sich gelohnt. Das Wetter war toll und der Übungsablauf wie geplant. Aber alles der Reihe nach.

Bei der Fahrzeugzuteilung der LBA war die Fassung der Kleinfahrzeuge in Rothenburg und die grossen Fahrzeuge ab Othmarsingen definiert worden. Für die Übungsleitung keine gute Ausgangslage, da die Streckenplanung in eine ganz andere Richtung geplant war. Eine Fahrzeugbeschaffung über die Flab RS in Emmen brachte auch keinen Erfolg. Mit der LBA Disposition konnte dann eine Lösung für eine Fahrzeugübernahme nur in Rothenburg gefunden werden, jedoch nur was dort zur Verfügung stand. Trotzdem besten Dank fürs Entgegenkommen.

Am 30. August und bei sommerlichen Temperaturen konnte eine muntere Anzahl von GMMU Fahrer die Fahrzeuge in Rothenburg übernehmen, marschbereit machen und um dann gespannt der Übungsleitung, - in den Personen von Matthias (unser neuer TL seit diesem Jahr);- und Herbert die Anweisungen für die beiden Tage entgegenzunehmen.

Die Fahrt ab Rothenburg führte über Eschenbach-Gisiken-Root-Sihlbrugg-Schindeleggi-Lachen-Walenstadt nach St. Luzisteig. Eine abwechslungsreiche und interessante Strecke lag also vor den Teilnehmer. Dann ging es bei fast 30 Grad in 2-er Gruppen los. Matthias hatte den Befehl so aufgestellt, dass immer Fixpunkte mit Zeitangabe und Kilometerdistanz als Orientierungshilfe gedacht war. Und das hat sich definitiv bewährt. Ab Bad Ragaz ging es dann via Fläsch zur Kaserne über enge Kurven hoch. St. Luzisteig ist ein Pass auf 713 m Höhe und verbindet im Kanton Graubünden als Hauptstrasse das Weinbaustädtchen Meienfeld mit dem nördlichen Talort Balzers im Fürstentum Lichtenstein. Die Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz verläuft südlich vor Balzers, von dessen Ortsmitte nur einen Kilometer und knapp 20 Höhenmeter entfernt liegend. Die Strasse wechselt bis dort zweimal vom Gemeindegebiet von Maienfeld auf dasjenige der Gemeinde Fläsch, deren eigene direkte Strassenverbindung zum Pass von der Armee erstellt wurde.

Bei der Ankunft auf der Anhöhe bei Nacht, aber guter Sicht wurden die Fahrer eingewiesen und die Fahrzeuge korrekt in einen Innenhof bei der Kaserne abgestellt. Nach einem kurzen Fussmarsch zur Unterkunft konnten die Zimmer bezogen werden. Die von der RUAG ver-waltete Anlage präsentierte sich in einem super Zustand und dementsprechend war auch die Nacht in dieser Unterkunft eine Erholung.

Am nächsten Morgen war Frühstück bei einer Gren Kp angesagt. Da die Truppe bereits im Urlaub war, waren wir komplett alleine und nur ein Trp Koch hatte uns ein super Zmorgen vorbereitet. (Fast wie zu Hause mit Zopf, Kaffee, Butter Joghurt, Konfitüre, Orangensaft, Müsli etc.) Gestärkt und mit allen persönlichen Sachen ausgerüstet verschoben wir zum Fahrzeugpark. Dort wartete bereits Matthias mit der Befehlsausgabe für den Samstag.

Von Maienfeld-Landquard-Davos-Zernez-St. Moritz-Thusis-Ilanz führte die Strecke zum Mittagessen. Also zwei Pässe mit fast identischer Höhe waren zu bewältigen. War die Anfahrt und die Überquerung des Flülapasses auf 2383 m noch bei wenig Verkehr und strahlendem Sonnenschein, sah dies beim Julierpass auf 2284 Meter verkehrsmässig ganz anders aus. Unzählige langsame Wohnwagen, schnelle Töfffahrer, enge Strassen und Passagen (z. B. in Bivio, wo durchs Dorf die Häuser sehr eng beieinander stehen. Die beschädigten Hausmauern erinnern daran, dass nicht alle diese Engpässe mit Bravour gemeistert hatten) und eine Unmenge an Baustellen war sehr anspruchsvoll für die Fahrer. Zudem gab es durch die vielen Rotlichtphasen massive Zeitverluste auf den Zeitplan.

Beim kurzen Rast auf der Julierpasshöhe bekamen wir noch Besuch eines GMMU Mitgliedes in der Person von Ronny Wachter, der mit seinem Töff ebenfalls den schönen Tag genoss. Aber auch er konnte bestätigen, dass selbst für Töfffahrer der Verkehr immens sei.

Das Mittagessen wurde dann im Landgasthof Glenner in Castrisch (Illanz) eingenommen. Der neue Wirt ist Italiener und erst seit drei Monaten gestartet. Die Spaghetti Carbonare hatten den südländischen Flair mit viel Käse und waren hervorragen.

Nach einer kurzen Fotosektion für das Album des Wirtes vor unseren Fahrzeugen ging es alsdann weiter Richtung Oberalppass. Da die letzten Kurven im Anstieg eng sind, hatten die IVECO 8x8 keine Chance die Kurven in einmal zu nehmen. Mit Vor-und Rückwärtsmanöver konnten diese engen Stellen gemeistert werden, wobei die zivilen Fahrzeuge jeweils halt warten mussten. (nicht alle hatten Freude daran). Der Fahrt bis Andermatt war problemlos wobei ein Oldtimer viele Schaulustige an die Strassenräder zog. Selbst die Schöllenen war einfach zu befahren. Hingegen staute sich der Verkehr in einer langen Schlange vor dem Gotthardtunnel auf der anderen Autobahnseite als wir auf die Autobahn fuhren. Ein kurzer Regenschauer sorgte auf den Windstutzscheiben wieder für klare Sicht da die zerschlagen-en Mücken mit dem Regenwasser sauber weggeputzt wurden.

Bei Stansstad war dann ein kurzes Anstehen auch für die GMMU Fahrer angesagt. Dies auf Grund der langen Bauzeit der Tunnelgalerie bei Hergiswil. Da nicht alle Verkehrsteilnehmer die Signalisation richtig interpretieren und dann kurzfristig sich in eine andere Spur hinein-zwängen, führt dies unweigerlich zu langen Staus. Etwas später als geplant waren alle wieder zurück in Rothenburg. Die Abgabe der Fahrzeuge mit Tanken, abspritzen, Papiere ausfüllen etc. war dann noch eine reine Routineangelegenheit.

Nach der Übungsbesprechung durch Matthias konnte eine gut gelaunte und zufriedene Motorfahrergruppe in den wohlverdienten Wochenendurlaub entlassen werden.

Besten Dank an alle Fahrer für die unfallfreie Fahrt und die gute Organisation dieser beiden Tage durch Matthias und Herbert. Wohin wird uns der nächste Zweitagesausflug wohl hinführen? Lassen wir uns überraschen, dabei sein wird fast ein Muss sein!

Anmerkung: eine Woche später wären diese Pässe wegen Schnee schon nicht mehr befahrbar gewesen. Was für ein Timing des OK’s!