Forest Road

2021

Leichte Nebelschwaden hingen über dem Boden, doch die Sonne drückte bereits leicht durch, als ich vor das Eingangstor der AS Emmen in Rothenburg fuhr. Nach dem Abstellen des Privatfahrzeuges auf dem Parkplatz konnte ich meine Kameraden links und rechts begrüssen. Alle warteten gespannt, was die heutige Übung FOREST ROAD wohl alles beinhalten würde. In der Vergangenheit hatte sich dieser Anlass nur mit Fahrzeugen der Kategorie 920 (früher Kat. II) (Mercedes 300 G) gefahren, zu einem beliebten Teil im Jahresprogramm etabliert. Die Möglichkeiten, mit diesen Fahrzeugen in unwegsames Gebiet zu fahren, sind dadurch viel grösser.

Unser TL Matthias und Präsident Herbert begrüssten uns und schon bald waren ein paar Eckpunkte der Übung bekannt. Aber eben, nur ein paar. Wir waren angewiesen worden, unsere mobilen Telefone aufzuladen. Der Grund war einfach. Die Strecke wurde elektronisch vorgegeben, aber jeweils immer nur als Teilstrecke. Die Anweisung dazu: gmmu.ch/code und dann eine Nummer nachfolgend auf dem Händy eingeben. Doch die Nummer musste erst gefunden werden, wie z. B. eine Jahrzahl an einem Haus, Immatrikulation an einem Helikopter, Seilbahnstationshöhe, etc. Gleich nach der Eingabe wurde dann die nächste Teilstrecke online bekannt gegeben.

Nach der Übernahme der Fahrzeuge ging es auf erste Teilstrecke. Rothenburg-Hellbühl-Malters-Schwarzenberg-Obernau. Dort beim Schiessstand war das Baujahr der Schlüssel für die nächste Teilstrecke. Diese führte uns via Horw-Hergiswil auf den Flugplatz Alpnach. Hier ist eine Alouette II ausgestellt und die Nr. 262 gab den dann die nächste Teilstrecke frei. Nun führte uns die Strecke über die Polenstrasse nach Kerns und dann weiter hoch auf den Ächerlipass. Liegt Kerns noch auf 534 m. ü. Meer, schraubt sich die Strasse bis auf 1458 m hoch. Unterwegs kreuzten wir Viehtransporter, die bereits die Rinder von der Alp holten, da das Gras auf diesen Höhen dank dem verregneten Sommer nicht so üppig gewachsen war, und nun bereits abgeweidet war. Erstaunlicherweise war beim Abstieg der Nebel plötzlich in die Täler geschlichen und verdunkelte die Sonne. Die Strasse runter nach Dallenwil wird saniert und ist demzufolge sehr eng zu befahren und das Kreuzen dementsprechend schwierig. Und da es oben eben sonnig war, kamen nun die Ausflügler in Scharen von unten hoch, und so wurden wir beim Kreuzen (auch mit Fahrradfahrern) regelrecht gefordert.

Bei der Wiesenbergbahn war die nächste Zahl für die Fortsetzung der Strecke zu finden. Nun ging es via Büren in Richtung Buochserberg bis Grossswanden und dann runter in Richtung Buochs. Und auch hier warteten Älpler, um mit den Tieren ins Tal zu wandern. Wir kamen noch gerade durch. Ein anderes Team, das später durchfahren wollte, musste dann wieder zurück nach Büren runter, da ein Überholen der Herde nicht mehr möglich war. 

Im Schiesstand Herdern in Ennetbürgen erwartete uns der Mittagshalt. Und weil wir etwas zu früh waren, überraschte uns die Übungsleitung mit einem Quiz. Wer bis dahin auf der Strecke die Augen offen hatte, konnte die Fragen leichter lösen. Aber auch unter Mithilfe von Google konnten die Fragen gelöst werden. Die Auflösung und Ermitteln des Gewinnerteams war dann auf Übungsende angesagt worden.

Im Restaurant des Schiessstandes gab es ein feines Mittagesse und auch noch ein Kaffee lag drin, bevor die Weiterfahrt gestartet wurde. Zurück nach Buochs, dann bis Obersassi, runter nach Beckenried, wieder hoch über den Ischenberg nach Emmetten. Diese interessante Strecke war mit einem Fahrverbot belegt. Die Übungsleitung hatte für uns die Bewilligungen für die Durchfahrt bei den Genossen Korporationen vorgängig eingeholt und so konnten wir die Sicht auf den Vierwaldstättersee und Berge richtig geniessen.

Nun war wieder eine nächsten Codeeingabe notwendig, um den Weg bis nach Seelisberg und runter nach Treib zu finden. Treib ist ein kleiner Ort und eine Haltestelle für Dampfschiffe am Vierwaldstättersee. Die Treib gehört zur höher gelegenen Gemeinde Seelisberg, mit der sie durch die Treib-Seelisberg-Standseilbahn und einer schmale Strasse verbunden ist. 

1482 wurde erstmals das Haus zur Treib erwähnt, in dem die alten fünf Orte der Alten Eidgenossenschaft 72 Tagsatzungen abhielten. Für uns war hier Endstation. Von hier lautete der Befehl zurück nach Rothenburg. Dort angekommen, wurden die restlichen Arbeiten gemäss eingespieltem Ablauf in Angriff genommen. (Auftanken, Abspritzen vom Kot der Kühe namentlich in den Radkasten (!), Papiere ausfüllen etc., Fahrzeuge zurückstellen).

Bei der anschliessenden Übungsbesprechung wurde auch noch das Quiz aufgelöst. Die Fragen wurden sehr gut gelöst. Da zwei Team aber die gleiche Punktzahl hatten, musste eine Zusatzfrage die Gewinner ermitteln. Gewonnen hat das Team Graf/Stöckli. Sie erhielten eine Schachtel Doubler Mohrenköpfe. Aber auch wir konnten ohne Sieg die feinen Schaumköpfe versuchen und geniessen. Danke den Spendern.

Total waren 150km mehrheitlich im Gelände absolviert worden und dies unfallfrei trotz regem Ausflugsverkehr. Alle Teams waren über die Übungsanlage des vollen Lobes und die Übungsleitung versprach, auch nächstes Jahr wiederum ein solches Highlight auf die Beine zu stellen. Ich werde sicher wieder dabei sein. Zufrieden, aber auch etwas müde trat ich den Heimweg an und damit auch das wohlverdiente Wochenende.

Bis zum nächsten Jahr! Ein zufriedener Motorwägeler